SILO — mein digitaler Sparringspartner in Beta
Warum ich mir einen digitalen Sparringspartner mit meinem Denkmodell gebaut habe — und warum ich das Wort „Chatbot" bewusst vermeide.
Es gibt inzwischen unzählige Chatbots. Die meisten sind entweder freundliche FAQ-Automaten oder Verkaufstrichter mit Willkommensgruß. Nichts davon wollte ich bauen.
Was ich wollte: ein Werkzeug, das die Art wie ich denke — nach über 30 Jahren B2B-Vertrieb, drei kompletten Transformationen (Schott, Afag, Eberhard), einem BdVM-Präsidiumsjahrzehnt, zwei Buchkapiteln bei Springer Gabler — für Menschen verfügbar macht, mit denen ich nicht jede Woche persönlich reden kann. Ein Sparringspartner, keine Auskunftsstelle.
Das Ergebnis heißt SILO und läuft seit einigen Wochen in Beta unter silosophia.com/klon/.
Was SILO ist
Eine schlanke Browser-Seite, drei Sprachen (Deutsch, Englisch, Traditionelles Chinesisch), Tippen oder Sprechen. Wer will, klickt auf das Mikrofon und redet einfach — die Erkennung läuft über das Web Speech API des Browsers, ohne Zwischenserver. Die Antworten kommen live, ohne vorproduzierte Bausteine, generiert von Claude (Anthropic) mit einem sehr ausführlich trainierten System-Prompt — meiner Denkweise, meinen Anekdoten, meinen Grundthesen und den Themen, die ich in Beratungsgesprächen tatsächlich behandle.
SILO kennt zum Beispiel:
- meine Kern-Methodik Customer-Centric Growth Architecture und das S.I.L.O.-Modell aus dem Springer-Buchkapitel „Kund:innenzentrierte Architektur der B2B Customer Journey"
- meine Sicht auf digitale Transformation, KI im Vertrieb, Corporate Voices, Silos aufbrechen
- Karriere-Anekdoten, die die Konzepte erlebbar machen — die Schott-Marktstudie 1997, die iPhone-1-Erschließung über Apples asiatische Zulieferer, die Vertriebs-Transformationen bei Afag und Eberhard, die Poker-WM-Anekdote als Risiko-Metapher
- meine ehrlichen Fehler-Reflexionen — der Jobwechsel, den ich nicht hätte machen sollen; wo ich zu viel Vertrauensvorschuss gebe
- drei Sätze aus der Schott-Marktstudie, die mich bis heute tragen: Fragen geht immer. Ehrliche Ergebnisse sind wertvoller als geschmeichelte. Sichtbarkeit ist Teil der Arbeit.
Was SILO nicht kennt — bewusst — ist alles, was unter Vertraulichkeit steht. Keine Namen laufender oder vergangener Kundenmandate, keine Auftragsvolumen, keine internen Personen. Details siehe /nda.
Wo die Idee herkommt
Aus einer wiederkehrenden Situation: Jemand liest eines meiner Buchkapitel, hört einen Podcast, sieht einen LinkedIn-Post — und hat eine sehr konkrete Frage. „Wie würdest du das bei uns anwenden?" „Warum genau Gruppenziele statt Einzelziele?" „Was ist der erste Schritt, wenn man Marketing und Vertrieb wirklich zusammenbringen will?"
Diese Fragen verdienen eine Antwort. Ich schaffe es nicht, sie alle in Kaffee-Zeit oder E-Mail-Länge zu beantworten. Und der klassische Weg — „lies das Buchkapitel, dann melde dich" — ist schlecht, weil er das Momentum kaputt macht.
SILO ist die Antwort dazwischen. Eine kostenlose Vorstufe zu einem echten Gespräch mit mir. Kein Ersatz. Wer nach dem Sparring merkt, dass die Sache echte Beratung braucht — Interim-Mandat, Sparring-Retainer, Workshop — findet den Weg zu mir. Wer merkt, dass die Antwort ausreicht, hat trotzdem Wert bekommen. Beides ist okay.
Was SILO nicht ist
SILO ist kein Klon von mir. Ich habe das Wort im ersten Entwurf tatsächlich benutzt, aber schnell wieder gestrichen. „Klon" suggeriert, es sei egal, ob du mit mir sprichst oder mit dem Bot. Das stimmt nicht. Der Bot kennt viel von dem, was ich denke — er ist aber nicht meine Intuition im aktuellen Kontext, kennt deine Firma nicht, hat kein Bauchgefühl. Er ist mein Denkmodell, nicht ich.
SILO ist auch kein Verkaufsbot. Er wird dir kein Mandat andrehen, keine Discovery-Fragen stellen, keine E-Mail-Adressen sammeln. Wenn er merkt, dass ein Thema in die Tiefe eines echten Beratungsprojekts geht, wird er dir freundlich sagen: „Das ist der Punkt, wo ein Gespräch mit Georg selbst mehr Wert bringt als noch drei Antworten hier."
Und SILO ist kein ChatGPT-Klon mit meinem Namen drüber. Er hat einen sehr spezifischen Charakter, klare Regeln, was er sagt und was nicht — inklusive der wichtigen: er darf über meine Buchkapitel sprechen, aber nicht ihre Passagen wörtlich wiedergeben. Die Wortlaut-Rechte an den Kapiteln liegen bei Springer Gabler, und das respektiere ich. Wenn du den vollen Text lesen willst, sind die Springer-Links in den Antworten hinterlegt.
Warum „Beta"
Weil ich ehrlich sein will. Der Bot ist gut, aber nicht fertig. Ich werte die Gesprächs-Logs regelmäßig aus (anonymisiert, nur Fragen und Antworten — keine IPs, keine Nutzer-IDs), verbessere Prompts, ergänze fehlende Themen, korrigiere Fehler. Manche Antworten sind schon ausgezeichnet. Manche sind zu lang, zu marketingy, zu glatt. Daran arbeite ich.
Was das für dich heißt: Wenn du eine Antwort bekommst, die nicht passt, ist das nicht das Ende. Es ist Feedback, das mich weiterbringt. Der Link „Feedback" ist im Bot integriert.
Zwei Wörter zum Namen
SILO ist doppelt gemeint. Erstens die eingetragene Marke S.I.L.O. — Synergetisch Integriertes Leadgewinnungs-Ökosystem, die methodische Basis meiner Beratungsarbeit, seit April 2025 beim DPMA als Wort-Bildmarke registriert (302025213514). Zweitens die kleine Persönlichkeit im Bot: SILO ist derjenige, der mit dir spricht, mit meinem Denkmodell im Rücken. Der Name transportiert beides — die Methodik und den Kollegen, mit dem du sparren kannst.
Probier's aus
Live-Tool: silosophia.com/klon/
Deutsch, Englisch oder 中文 — Tippen oder Sprechen. Kein Login, keine Anmeldung.
Und wenn aus dem Sparring ein Mandat wird?
Silosophia ist meine Denkzentrale — Strategiearbeit, Sparring, Interim-Mandate auf Konzeptebene. Wenn aus dem Gespräch ein konkretes Umsetzungsprojekt wird — KI-Enablement im Vertrieb, Aufbau eines Corporate-Voices-Programms, Transformation von Marketing und Vertrieb — läuft die operative Umsetzung typischerweise über die WelikeU GmbH, die ich zusammen mit Ann-Kathrin de Moy führe.
WelikeU ist unsere Transformationsagentur für KI und Digitalisierung im Mittelstand, mit einer sehr klaren Anti-Hype-Haltung: erst die Grundlage, dann die KI. Wir prüfen ehrlich, ob Prozesse und Daten überhaupt tragen, bevor wir über Tools reden. Wer über SILO in Kontakt kommt, findet sich also in einem klar strukturierten Ökosystem wieder, nicht in einer Solo-Beratungsküche — mit dem Vorteil, dass Sparring (Silosophia) und Umsetzung (WelikeU) sauber getrennt und aufeinander abgestimmt sind.
Zur Nachweis-Wahrheit
Konzept, System-Prompt, Anekdoten-Bibliothek, Prompt-Architektur, mehrsprachige UI und Implementierung von SILO stammen von mir — zusammengebaut in mehreren Iterationen 2026, mit Claude als Co-Pilot. Erstveröffentlichung des Tools als offene Beta: Sommer 2026 unter silosophia.com/klon/. Dieser Beitrag dient zugleich als datierte Dokumentation der Urheberschaft. Wer den Ansatz inspiriert findet — freut mich. Wer sich am Namen SILO oder Silosophia bedienen will, sollte vorher schreiben — die Marken sind eingetragen.